Klar war, dass wir nicht am nächsten Tag wieder heimfahren würden, nachdem wir die Tour absolviert hatten. Ein paar Tage am Gardasee zur Kompensation der Anstrengung der letzten Nacht und Wochen waren fest eingeplant. Angenehmes Klima, Lago-Flair und das hervorragende italienische Essen bauen den erschöpften Körper in kürzester Zeit wieder auf.

Die Qual der Wahl

Gardasee-Panorama vom Monte Brione
Gardasee-Panorama vom Monte Brione

Allerdings war nie so ganz klar, wie lange wir brauchen und wann wir genau ankommen. Wir wollten uns Flexibilität für den Abfahrtszeitpunkt bewahren (siehe Zeitplanung), sollte das Wetter nicht passen. Eine solche Flexibilität ist bei einem Hotel ohne 24h-Empfang problematisch, genauso bei Pensionen oder Airbnb-Wohnungen.

Gardasee Rücktransfer

Folgende Varianten haben wir in Betracht gezogen. Google spuckt dazu einiges aus, verwendet man die richtigen Suchbegriffe, z. B. „Gardasee Shuttle Rücktransfer PKW Überführung“.

PKW-Überführung

Es gibt Anbieter, speziell auf Gardasee-Transalper gemünzt, die den eigenen PKW überführen – z. B. von Garmisch, Innsbruck o. ä. zum Gardasee. Gepäck wird ins Fahrzeug geladen, der Zweitschlüssel oder das ganze Fahrzeug übergeben und ein Stellplatz am Gardasee vereinbart. Grundsätzlich ein sehr komfortabler Weg, wenn auch nicht ganz günstig. Wir haben diesen Service bereits 2011 bei einer MTB-Transalp genutzt – damals problemlos, diesmal waren wir zu spät dran: Zum Zeitpunkt der Anfrage im März gab es rund um unseren Wunschtermin keine Kapazitäten mehr.

Gardasee Shuttle Bus

Es gibt diverse Transalp-Veranstalter, die freie Kapazitäten in Reisebussen anbieten, die via München oder Garmisch zurück nach Deutschland shutteln. Preislich in Ordnung, allerdings ist man sehr stark zeitlich gebunden – oft fahren die Busse samstags oder sonntags am frühen Morgen zurück. Da wir freitags zurück in München sein mussten und den Abreisetag am See noch voll nutzen wollten, haben wir diese Variante verworfen.

Flixbus

Der Flixbus hält sowohl in Rovereto als auch in Trento, am Gardasee selbst nur in südlichen Gemeinden (Garda, Lazise, Peschiera). Preislich die günstigste Variante, setzt aber voraus, dass man zum Abfahrtspunkt noch eine gewisse Strecke zurücklegt. Am meisten hat uns gestört, dass man dem Bus entgegenkommen muss – wir waren ehrlich gesagt nicht bereit, uns noch mal aufs Rad zu setzen. 😉

Zug

Von Rovereto fährt ein Eurocity über Innsbruck, Rosenheim nach München. In den letzten Jahren hört man allerdings nicht viel Gutes darüber: Die Züge sind teilweise so voll, dass Biker entweder gar nicht reinkommen oder die Bike-Abstellflächen mit Koffern zugestellt sind. Das Risiko, nicht in den gewünschten Zug zu kommen, war uns zu groß – zumal wir auch bei dieser Variante mit dem Bike bis nach Rovereto hätten zurückfahren müssen.

Privater Transfer

Letztendlich hatten wir Glück: Theo und seine Frau sind schon freitags vor unserer Tour mit dem VW-Bus zum Gardasee gefahren, haben dort das Wochenende verbracht und sind sonntags nur mit Rucksack zurück mit dem Eurocity nach München gefahren. D.h. der VW-Bus stand auf einem Campingplatz-Stellplatz in Riva von Freitag bis Freitag.

Auf diese Weise konnten wir alles, was wir brauchten, einfach in den Bus schmeißen und waren völlig flexibel, wann wir am Gardasee ankommen und wann wir freitags zurück nach München aufbrechen. Preislich nicht die günstigste Variante, vom Komfort her allerdings die beste – besonders der Gepäcktransfer ist ein riesiger Pluspunkt.

Stellplatz auf dem Campingplatz Al Lago in Riva del Garda
Stellplatz auf dem Campingplatz Al Lago in Riva del Garda

Die Unterkunft

Letztendlich wurde uns diese Entscheidung durch den Privattransfer mit dem VW-Bus abgenommen. Am Gardasee gibt es jegliche Form der Unterkunft, entscheidend sind zwei Faktoren: Ist es möglich, Gepäck vorab zu deponieren? Und ist eine Anreise rund um die Uhr möglich? Bei einem Hotel, wo der Check-in nur bis 22:00 Uhr besetzt ist, und ihr kommt nach 18–20 Stunden Alpenüberquerung dort um 23:00 Uhr an, kann das zu Problemen führen, die man zu diesem Zeitpunkt garantiert nicht haben möchte.

Solltet ihr, wie wir, planen, in der Hauptsaison zu transalpen, empfiehlt es sich, relativ früh die Zimmer bzw. den Stellplatz zu reservieren – Campingplätze in Riva und Torbole reservieren zur Hauptferienzeit oft erst ab einer Mindestaufenthaltszeit von einer Woche. Wir sind letztendlich um 11:00 Uhr am Vormittag in Riva auf dem Campingplatz „Al Lago“ angekommen. Nach einigen Kaltgetränken, Snacks und einer langen Dusche war das Wetter so gut, dass eine Siesta ausfiel – das hat dem Tag überraschenderweise keinen Abbruch getan.

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